Tausende Erzählungen wurden mir geschenkt, vom Gilgamesch-Epos und der Odyssee bis zu Schattschneiders "Selbstgespräch mit Protoplasma" oder Komareks "Polt"-Krimis. Wie vielen Menschen durfte ich da in ihre Gedankenwelten folgen, Grimmelshausen etwa, oder Goethe, Nestroy, Karl May, Maupassant, Kafka, Dürrenmatt, Ray Bradbury, A. E. vanVogt, Silverberg, Philip K. Dick, Somerset Maugham, Agatha Christie, Graham Greene, Peter O´Donnell, E. C. Tubb, William Voltz, Ernst Vlcek, James Tiptree jr., Cordwainer Smith, Wolf Haas, Daniel Kehlmann - um nur einige zu nennen, die mir besonders am Herzen liegen.

Irgendwann musste ich ja dann den Punkt erreichen, an dem ich das Bedürfnis empfand, selbst zu gestalten, etwas auch selbst zurückzugeben für all die Schätze, die ich empfangen durfte.

Schon die oben notierte Auswahl weist auf meine Vorliebe für die phantastische Literatur in ihrer technologisch orientierten Ausprägung hin. Somit entstanden erste Sciencefiction-Romane und Kurzgeschichten. Zunächst landeten sie hauptsächlich in der Schublade. Dann fand ich es aber schade, meine überbordenden Phantasien so zu vergeuden, und es entstand der experimentelle SF-Roman Fort der Tränen. Mit zahlreichen Illustrationen ausgestattet, erschien er 1997 im Eigenverlag. Da es mir fast anmaßend vorkam, sowohl Text als auch Abbildungen unter dem selben Namen herauszubringen, wählte ich das Autoren-Pseudonym B. F. Joseph. (Seinen Nebenzweck, die Funktion einer Verkaufshilfe für mein 1994 erschienenes Sachbuch Adolf und die Propaganda, verfehlte der Roman leider.)

Hier finde ich es angebracht, meine anderen Schreib-Genres zu erwähnen. Das genannte Sachbuch beschäftigt sich mit historischen Zeitungs-Comics zum Thema Drittes Reich. Meine umfangreiche Sammlung vorwiegend amerikanischer und britischer Zeitungs-Strips drängte geradezu darauf, mich kritisch mit der Propaganda auseinanderzusetzen, die dieses Medium transportiert. Neben zahlreichen journalistischen Beiträgen in Fachzeitschriften wie COMIC FORUM oder SPRECHBLASE entstanden noch zwei weitere Buchmanuskripte. Nikita: Agitprop! und Gringo warten somit auf eine Veröffentlichung.

Lyrik ist eine literarische Gattung, an der ich auch nicht vorbei konnte. Vor allem meine Weinviertler Heimat drängte so beharrlich, meine diesbezügliche Scheu zu überwinden, dass schon früh erste Gedichte entstanden, als reiner Selbstzweck. Vor einigen Jahren bewog mich aber dann mein Nachbar Joachim Luitz, damit weiterzumachen, weil sich einige Gedichte zur Vertonung eigneten, wie er meinte. Über 30 Lieder sowie die zwei CDs Bodenständig und Schaumgebremst waren das Ergebnis.

Jene Weinviertler Elegien und auch die Beschäftigung mit der Kriegs-Zeitgeschichte führten schließlich dazu, authentische Erinnerungen festzuhalten, die mir von Verwandten und Bekannten erzählt wurden. Damit diese vergangene Welt nach der Überschreitung der Jahrtausendgrenze nicht in Vergessenheit gerät, zeichnete ich ihr Abbild in 52 Kurzgeschichten auf, die 2009 unter dem Titel Weinviertler Geschichten aus einem anderen Jahtausend erschienen.

Zwischendurch wucherten jedoch weiter die Ideen aus dem Bereich der Phantastik. Zwei SF-Romane (Terra Sacra, Menschenfleisch) und zwei SF-Story-Bände (Transmitter-Almanach, Grimms Aliens) liegen bereits zum Erwerb vor. Vor allem die Beschäftigung mit Grimms Märchen weckte meine Lust, diese klassische Sammlung um neue Märchen aus meiner Feder zu erweitern. Außerdem ist ein Band mit bekannten Sagen, umgearbeitet in SF-Versionen, in Entstehung begriffen. Eigentlich wäre ich schon gern damit fertig, denn zumindest vier andere Projekte haben sich angesagt ...

Die Covers aller angeführten Titel sind samt kurzen Angaben auf dieser Homepage zu finden. Ebenso Beispiele zur Lyrik, unter "Gereimtes".

Leseproben:

FORT DER TRÄNEN (Seite 100 - das Phänomen des Zeitflimmerns tritt auf.)

"Es wird Zeit, dass ich hier wegkomme", murmelte Gabriel. Diese Umgebung bedrückte und verwirrte ihn. Seltsame, nie gekannte Gefühle schwangen durch seinen Leib.

Lautes Klappern ließ ihn nach unten schauen. Die Metallplatte war an mehrere Hindernisse geprallt und torkelte, sich langsam überschlagend, weiter den Speichenschacht hinab! Gabriel griff sich an die Stirn, rieb die Augen, schüttelte den Kopf. Es nützte nichts. Er sah weiterhin, was er nicht sehen konnte! Es war unmöglich, die Platte war nicht an ihm vorbeigestürzt, und doch entfernte sie sich jetzt unterhalb von ihm! Und dort oben, wo er eine gleichartige (dieselbe?!?) fest verankerte gesehen hatte, gähnte ein rechteckiges Loch in der Wand ... Im nächsten Augenblick zuckte er zusammen. Wie aus dem Nichts war nun die Metallplatte wenige Zentimeter über ihm wieder aufgetaucht, und schon traf ihn eine ihrer Kanten, schrammte über sein Gesicht, ehe er sie abwehren konnte, und hinterließ Abschürfungen an Wange und Nase. Der Zusammenstoß mit ihm ließ die Platte sich überschlagen. Dadurch eckte sie noch einmal schmerzhaft an seinem Knie an, bevor sie endgültig an ihm vorbei war und jener Stelle entgegentorkelte, an der er sie zuvor unter ihm klappern gehört hatte. Genau dort verschwand sie auch! Ein Knall von oben hinderte Gabriel an seinen Versuchen, mühsam nach einer Logik in diesen Vorgängen zu ringen. Das Geräusch stammte von der Metallplatte, die sich nun zu diesem Zeitpunkt aus ihrer Verankerung in der Wand losgesprengt hatte und eben begann, auf ihn herabzufallen. Aber sogleich verschwand sie, diesmal für immer, wie es schien. Nur noch ein fernes Geklapper tief unten kündete vom Ende des Absturzes.

Gabriel verdrängte jeden Gedanken an mögliche Zusammenhänge und kletterte weiter, mechanisch, wie eine Maschine, Griff um Griff, Tritt um Tritt. Gleich musste er das Loch erreichen, das die Metallplatte bedeckt hatte. Aber da war kein Loch, die Platte saß fest an ihrem angestammten Platz.

TERRA SACRA (Anfang)

Bruder Nat konnte kaum das sarkastische Lächeln unterdrücken, als er die Finger im Weihcolabecken benetzte, um sie für die vier L-Zeichen an Augen und Ohren zu führen. Der Ruinendom von Valparaiso füllte sich zusehends mit Adoranten der Elvier-Sekte, ein nennenswerter Anteil davon Pilger.

Fromme Schafe, dachte Bruder Nat, während er, von Seitenaltar zu Seitenaltar drängend, hier dem Bildschirm des Evangelisten John L die Ehre erweisend, dort jenem der heiligen Tina, und dabei fortwährend in frommer Monotonie an den Hieragotchi fingernd, damit ihnen nur ja kein Fürsorgefehler an ihren elektronischen Gebetsmühlen unterlief.

Einerseits erfüllte Stolz den Bruder aus dem Orden der Elviten, Stolz auf seine Zugehörigkeit zu einer der ältesten wie auch bedeutendsten Konfessionen. Andererseits hatte er lange genug an der St. Ignaz-Universität von Graceland studiert, um sich über die zusammenströmenden Volksmassen amüsieren zu können.

Nur wenige aus dieser Messgemeinde (wie auch aus nahezu jeder beliebigen anderen) hatten sich über ihren Kinderglauben hinaus entwickelt. Die meisten Elvier hingen an Äußerlichkeiten. An (selten echten) schwarzen Stirnlocken oder wasserstoffblonden Mähnen, an Festtagskleidung aus Lederimitat oder Glitzerseylon, an Fransenstiefeln oder Stiletto Heels. Den Sinn ihrer rituellen Handlungen wie dem Vier-L-Schlagen hatten sie, falls je begriffen, längst vergessen. Sie sprachen Hieragotchi-Figürchen selbst an, statt der darin symbolisierten Heiligen, glaubten an die Wunderkraft des Weihcolas direkt, statt es als Medium zu betrachten, hielten sogar die Gestalten der Altarbildschirme für Manifestationen der Heiligen statt für Meditationshilfen. Wenig nützte es diesen Abergläubischen, dass sie der höchststehenden Sekte angehörten!

Solang sie ihr religiöses Leben auf solchem Niveau führten, unterschied sie kaum Wesentliches von Säern oder gar von Shakern, um nur zwei Beispiele für oberflächliche Modesekten zu nennen.

Bruder Nat reckte sich, er wollte sehen, ob bei der Altarbühne schon irgendetwas zu erkennen wäre. Es konnte sich höchstens noch um wenige Minuten handeln, bis sich die marylinische Messmagd auf ihren choreografischen Startplatz kauerte; aber er musste sich gedulden. Heute würde sich der Elvister besondere Mühe geben. Am Geburtsfest des Kings wurde üblicherweise aller erdenkliche Prunk aufgeboten. Man war es den Pilgern schuldig, man schuldete es sich selbst und, nicht zu vergessen, dem angebeteten Elvis. Ihm vor allem, rief Bruder Nat sich die einstudierten Glaubenssätze in Erinnerung.

MENSCHENFLEISCH (S. 133 f.)

Coleen Michaels war die Einzige unter den Anwesenden, die in etwa ahnte, welche technischen Absichten wir verwirklichten, und genug Muße besaß, sich Vicombs Fragen zu widmen.

"Können Sie mir verraten, was hier eigentlich in Betrieb genommen wird?", wandte er sich an sie, als wir mit unseren Vorbereitungen beinahe fertig waren.

"Nicht wirklich", enttäuschte sie seine Erwartungen, fügte dann aber tröstend hinzu: "Ich weiß nur, dass ein bahnbrechender Versuch bevorsteht. Eine völlig neue Idee, wie man das Tor in eine fremde Dimension öffnen könnte, steckt dahinter."

"In den Hyperraum?" Von der fünften Dimension, in der unsere vierdimensionale Raum-Zeit eingebettet sein soll, hatte Vicomb schon gehört.

"Nein, es ist viel komplizierter", entgegnete Coleen. "Es gibt verschiedene Theorien über Grenzfälle, über Fraktaldimensionen, sogar über Minusräume. Aber ich will sie nicht mit schwer verständlichen Abstraktvorstellungen verwirren."

"Ja, mit konkreteren Angaben wäre mir besser gedient", knurrte er gereizt. "Besteht Gefahr? Ich meine, Explosionsgefahr etwa, oder Kontaminationsgefahr aus einer Strahlungsquelle?"

Coleen legte zwei Finger an die Wange, ehe sie antwortete: "Obwohl man so etwas nie ausschließen kann, wenn man wissenschaftliches Neuland betritt, würde ich doch das Risiko hier minimal einschätzen. Immerhin sind lauter hochkarätige Spezialisten am Werk, die schon im eigenen Interesse auf Sicherheit achten."

Ihre Aussage beruhigte Vicomb nicht wirklich. Da er aber keine zuverlässigere Aussage von ihr erwarten durfte, wandte er sich an Doc Dolez: "Was meinen Sie, Doc: Wissen diese Beamwütigen und Mesonenschleuderer, was sie tun, oder beeinflusst sie irgend etwas, das sie die eigene Sicherheit vernachlässigen heißt?"

Al runzelte die Stirn. "Aus medizinischer Sicht würde ich sagen, dass ich noch nie eine Gruppe von Menschen zielgerichteter arbeiten sah. Außerdem bin ich froh, dass noch keiner von den nGZ-Betroffenen in jenen Zustand der Entrückung gefallen ist, von dem sie alle berichtet haben. Wir sollten das vielleicht als positives Zeichen sehen."

"Oder als die Ruhe vor dem Sturm?"

VIXEN - DIE AUSGEFUCHSTE (aus: Transmitter-Almanach)

Vicky war ein Luder, das lässt sich nicht bestreiten.

Skrupellos hatte sie den Abend mit Will B. Gunn genossen, skrupellos seinen sündteuren Stimsekt geschlürft und dazu Unmengen elythischen Kaviar verzehrt. Ebenso skrupellos genoss sie schließlich Will selbst. Jetzt aber, da er in erschöpfter Seligkeit aus ihren Umarmungen in jene des Gottes Morpheus geglitten war, machte sie sich ans eigentliche Vergnügen.

Vorsichtig, um Will nicht zu wecken, schlüpfte sie aus dem Bett und in ihr kleines Schwarzes. Der nächste Griff galt ihrer modisch voluminösen Handtasche. Ein letzter Blick auf den schlafenden Playboy, und schon trat ihr Coup in die entscheidende Phase.

Lautlos huschte sie hinüber zum Wandtresor. Das Comp-De-Netz ließ sich mühelos darüber spannen, die Magnethalterungen sorgten für ausreichende Fixierung. Nach wenigen Sekunden schon glitt sie ohne jedes Geräusch durch zwei anschließende Räume, um endlich im dritten jene Wandstelle zu erreichen, hinter der sich die Rückwand des Tresors befand.

Sie presste den Boden ihrer Handtasche gegen die bewusste Wandfläche und tippte auf einige Punkte des Displays an der Schließe. Nun wechselte der winzige Bildschirm seine Funktion: Vicky konnte darauf den Inhalt des Tresors erkennen, wenn auch nur als schematisches Diagramm. Was sie sah, genügte, um das gesuchte Objekt zu identifizieren. Die Verführung des Millionärssöhnchens hatte sich gelohnt: Er war tatsächlich im Besitz einer der letzten Originalaufzeichnungen von 2001 - A Space Odyssey. Die Information ihres Auftraggebers stimmte. Er würde sie auch angemessen bezahlen.

Die restlichen Schaltungen erledigte Vicky so flink, wie es nur intensivste Übung ermöglicht. Der KompacDemat in der Handtasche schloss Kontakt zum Netz jenseits des Tresors, in dessen Innerem ein Entstofflichungsfeld entstand, exakt um das begehrte Objekt positioniert. Nur ein kurzes Flackern der Lichter zeugte vom Anzapfen der Energieversorgung. Diese Verbrauchsspitze würde die einzige Spur bleiben, die auf die diebische Manipulation schließen ließ.

DER FALL DROSSELBART (aus: Grimms Aliens)

Selbst für ein interstellares Model galt Leoni Ebchime als extrem zickig.

Ihre Auftritte auf den Catwalks von Arkturus bis Zakynthix garantierten Eklats am laufenden Band. Warum sie dennoch gefragter Star der Milchstraßen-Modeszene blieb, kann nur durch die Publicity erklärt werden, mit der sie für den Erfolg der jeweils vorgeführten Kreationen sorgte.

Ausgerechnet diese Persönlichkeit, ständig im Rampenlicht der galaktischen Medien, als Geheimagentin anzuheuern, lässt auf kranke Gehirne im Solar Secret Service schließen. Krank genug, um der Genialität verdächtigt zu werden - falls Leoni Ebchimes Mission zum Erfolg führte.

Der Auftrag wurde ihr als geschäftlicher Deal dargestellt. Ari Stomolinario, unumstrittener Zar ihrer Modeagentur, unterbreitete höchstselbst der Catwalk-Diva die Bedingungen für eine Vertragsverlängerung um fünf Saisonen. Leoni ahnte nicht im Geringsten, welche Rolle ihr das SSS zumutete oder was Stomolinario damit zu tun hatte.

"Du wirst wohl kaum das uralte Märchen vom König Drosselbart kennen", begann der Modezar das Briefing der angehenden Agentin. "Darin verschmäht eine Prinzessin sämtliche Bewerber, die um ihre Hand anhalten. Genau das erwarte ich auch von dir, wenn dir an der Vertragsverlängerung etwas liegt."

"Ich darf mich mit keinem Verehrer einlassen?", fauchte Leoni entrüstet. "Fünf Saisonen lang?"

"Die Gestaltung deines Privatlebens überlasse ich wie bisher den Kreativitätsausflüssen deines PR-Managers Ted Quator", wehrte Stomolinario Leonis drohenden Tobsuchtsanfall ab. "Unsere Taktik zielt darauf hin, einen künftigen Großabnehmer unserer Produkte so zu bearbeiten, dass er seine Forderungen von Anfang an auf ein von uns gewünschtes Maß beschränkt."

"Er wird mich engagieren wollen, doch soll ich die Spröde spielen, die alle finanziellen Verführungsversuche ablehnt?"

"Darauf wird es wohl hinauslaufen, gedenkst du die Vertragsverlängerung im Auge zu behalten." Ari Stomolinario verzichtete auf weitere Druckmittel. Die Verlockungen dieses Köders reichten vollauf.

WEINVIERTLER GESCHICHTEN AUS EINEM ANDEREN JAHRTAUSEND (S.95, SOPHIE VON HABSBURG)

Goldene Schuhe, erlesene Kleider und die hoheitsvolle Haltung - damit trat sie ins Haus. Nicht etwa: Gastfreundschaft heischend, vielmehr: deren Gewähren huldvoll entgegennehmend. Schwester Graziana, die den Besuch vermittelt hatte, umgab sie wie ein ganzer Hofstaat, verblasste dabei aber doch zum allergewöhnlichsten Dienstboten.

Im Kloster habe sie Unterkunft gefunden, in Ausführung einer schwierigen Mission. Nun ja, Schutz eigentlich benötige sie nicht, sie genieße beste Beziehungen zu den Befehlshabern der russischen Besatzungsmacht. Nur, Vorsicht war denn doch angebracht beim Einziehen ihrer Erkundigungen. Auch in diesem Haus werde ein Sohn vermisst, das habe sie im Kloster erfahren. Da es ihre Aufgabe sei, Verschollene mit ihren Familien in der Heimat zusammenzuführen, wolle sie ihre Verbindungen nützen, die baldige Heimkehr des Sohnes zu erwirken. Natürlich sei es selbst so hochgestellten Persönlichkeiten wie ihr nicht möglich, den Russen solche Vergünstigungen ohne Gegenleistung abzuverlangen. Viel war hier im Haus nicht zu holen, doch warf die Imkerei immerhin genug ab, dass man fünf Kilo Honig erübrigte - in Zeiten des Tauschhandels von nicht zu verachtendem Wert.

Mit wem man es denn eigentlich in ihrer Person zu tun habe, sei den Leutchen wohl klar? Man brauche sie ja nur anzusehen, die Ähnlichkeit sei doch unverkennbar, vor allem für so eingefleischte Monarchisten. Als "rote Gräfin" habe man sie einst verspottet, heute sei sie aber gerade in ihrer Position in der Lage, den Sowjets verschiedene Vergünstigungen abzuhandeln. Die Tochter des Hauses etwa, eine junge und anstellige Person, wie sie sehe, obgleich in billigen Lumpen, brauche bloß mit ihr nach Wien kommen. Eine glänzende Zukunft stünde dem Mädchen offen, unter ihrer Obhut ...